Durch einen aktuellen Artikel im Spiegel bin ich mal wieder auf die “Banned Books Week” gestoßen. In der (großartigen) Geschichte, die Arthur Conan Doyle 1886 verfasste,
[...] geht es in einer Passage auch um eine erzwungene Heirat im Mormonen-Milieu. Das empfanden die mormonischen Eltern eines Kindes im Bezirk Albermale im US-Bundestaat Virginia als herabwürdigend und beschwerten sich zusammen mit anderen Eltern. Ein Ausschuss der Bezirksschulbehörde gab ihnen recht, das Buch wurde vom Lehrplan der Schule gestrichen. (Quelle: Der Spiegel)
Damit fügt sich diese Geschichte in eine lange Reihe ähnlicher Vorfälle und Vorgänge ein, die die American Library Association bereits 1982 veranlasste die “Banned Books Week” ins Leben zu rufen. In dieser “Banned Books Week” soll dem Betreiben Bücher zu verbieten oder zu verbannen öffentlichkeitswirksam entgegengewirkt werden.
Die ALA unterscheidet zwischen Büchern, die “angefochten” (challenged), deren Verbannung also beantragt wurde und solchen Titeln, die Schulen und Bibliotheken tatsächlich entfernen. Die tatsächliche Zahl schätzt der Verband mindestens vier bis fünf Mal so hoch ein. Hauptopfer all dieser Beschwerden sind Schulen und Schulbibliotheken (70 %) sowie öffentliche Bibliotheken (25 %).
Haupttäter sind mit zwei Dritteln aller Anträge die Eltern, gefolgt von Bibliotheksbenutzern und Special-Interest-Gruppen. Auch Minderheiten-Vertreter wie die Nationale Gesellschaft zur Förderung Farbiger gehen gegen Bücher vor, die ihrer Meinung nach “nicht zum Selbstbewusstsein afroamerikanischer Schüler beitragen”. Sehr aktiv sind auch christlich-konservative Vereinigungen, wie diverse Lehrer-Gebets-Gruppen. (Quelle: Hoeb4U)
Grund genug auch hier die diesjährige “Banned Books Week” zu erwähnen, die vom 24. September − 1. Oktober 2011 stattfindet.
Eine Wanderausstellung mit dem Namen “Banned Books in USA” wird bis zum Frühjahr 2012 in acht Bibliotheken Hamburgs gezeigt – ein sehr schönes Projekt wie ich finde.
Hier findet sich im Übrigen die “Yearly Lists of Challenged and/or Banned Books”: KLICK MICH!
DonBib
PS Ach ja: auch in Deutschland gibt es Bürgermeister, die ihrem bibliothekarischen Leitungspersonal die Anschaffung bestimmter Werke untersagen!